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Sticken lernen

Teil 1 – Das Material

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Schon seit einiger Zeit erfreut sich eine neue alte Handarbeit auch in Deutschland wieder größter Beliebtheit – das Sticken. Gehörte es früher im Handarbeitsunterricht einfach dazu, ist es dieses Jahr zum DIY-Trend des Jahres geworden und ist auf dem Vormarsch.

Auch mich hat das Sticken voll in seinen Bann gezogen.

Und weil es einfach Freude bereitet, möchte ich euch hier nun ein wenig in die Grundlagen einführen.

Zunächst geht es an das Grundmaterial

Ihr benötigt:

  • einen Stickrahmen
  • entsprechenden Stoff
  • Stickgarn/Sticktwist
  • eine Sticknadel
  • eine (Stick-)Schere
  • evtl. eine Einfädelhilfe
  • einen Stift zum Übertragen

Stickrahmen gibt es viele verschiedene – aus Holz oder Kunststoff. Aus Holz gibt es gute aus Buchenholz von Prym, z.B. hier* oder wenn es etwas günstiger sein soll, gehen auch diese* aus Bambusholz. Allerdings sind die Stickrahmen aus Bambusholz oft etwas verzogen und schließen an einigen Stellen nicht richtig. Aber gerade zum Einsteigen in das Thema reichen sie aus und sind auch oftmals in Startersets bereits enthalten.

Alternativ gibt es auch noch Kunststoffrahmen. Besonders die in Holzoptik* sehen sehr schön aus.

Stickrahmen gibt es in vielen Größen, von z.B. kleinen 7,5cm bis hin zu 30cm Durchmesser. Es gibt auch eckige oder ovale Stickrahmen. Je nach gewünschtem Projekt hat man eine große Auswahl.

Besticken lässt sich ja prinzipiell so ziemlich alles. Zu Beginn eignen sich aber Stoffe, wie Leinen*, Baumwolle* oder leichter Canvas*. Für Kreuzstichstickerei gibt es wiederum speziellen Handarbeitsstoff* in verschiedenen Farben, der exakt gewebt ist und bei dem die Webfäden alle die gleichen Abstände haben. Dieser wird auch als Zählstoff bezeichnet.

Ansonsten lassen sich natürlich auch Bekleidungsstoffe, wie Sweat, Jersey oder Jeans besticken. Besonders dehnbare Stoffe sollten im Stickrahmen nicht zu sehr gespannt werden, sondern eher leicht.

Auch Oilskin lässt sich z.B. besticken. Diesen sollte man allerdings nicht in einen Stickrahmen einspannen, da man ihn ja nicht bügeln sollte und somit der Abdruck des Stickrahmens dauerhaft zu sehen wäre.

Das Stickgarn heißt hier eigentlich Sticktwist. Sucht man nach Stickgarn findet man oft natürlich Garn für die Stickmaschinen. Sticktwist gibt es von unzähligen Anbietern und in unzähligen Farben. Die bekanntesten Anbieter sind wahrscheinlich DMC und Anchor*. Auch von Madeira oder Rico Design* gibt es gutes Sticktwist. Die meisten Garne sind 6-fädig und haben eine Länge von 8m (Madeira hat sogar 10m). Natürlich bekommt man bei Amazon oder Ebay auch günstige Startersets. Diese Garne haben meist jedoch eine weniger gute Qualität, reichen aber zum üben und kennenlernen der Materie aus. Die Qualitätsunterschiede zeigen sich besonders dann, wenn man die Stränge teilen möchte. Dies funktioniert bei Sticktwist von DMC, Anchor und co. tadellos, während sogenannte “no name”- Garne sich schlechter teilen lassen und dadurch gerne verknoten. Auch die Farben scheinen bei der günstigen Alternative oft matt und glanzlos. Zu Beginn habe auch ich mir so ein Starterset gekauft. Um genau zu sein – dieses* hier. Da sind genügend Farben enthalten, um viel ausprobieren zu können. Diese Garne hier haben auch Farbnummern. Erst als ich mir Sticktwist sowie eine Farbkarte von DMC zugelegt hatte, habe ich festgestellt, dass die Nummern auf diesem Sticktwist denen von DMC entsprechend – weitgehend zumindest. Leichte Abweichungen sind bei einigen Garnen zu erkennen, aber die meisten passen sehr gut zur Farbkarte.

Dieses Nummernsystem haben wohl so auch “no-name” – Anbieter übernommen. Anchor hingegen hat ein eigenes Nummernsystem. Hierzu findet ihr online aber diverse Umrechnungstabellen, wie diese hier.

Natürlich kann man zum sticken auch Wolle oder ähnliches verwenden. Man muss aber bedenken, dass man sich hier leichter verheddern kann bzw. die Stränge Fäden ziehen, da Wolle ja nicht so glatt ist.

Neben eine kleinen spitzen Stickschere* und eventuell einer Einfädelhilfe* (diese* sind meist schon in den Startersets enthalten) sind besonders die Nadeln sehr wichtig.

Bei den Nadeln* gibt es unterschiedliche Längen und Dicken, sowie unterschiedliche Nadelöhr-Größen. Die Größe richtet sich einerseits nach Stoff und Faden, aber andererseits auch nach dem eigenen Geschmack. Da muss man sich etwas durchprobieren. Was allerdings immer zu beachten ist, ist die Spitze der Nadel. Es gibt spitze und stumpfe Nadeln. Während die spitzen Nadeln vor allem bei allen Webstoff zum Einsatz kommen können, sind die stumpfen Nadeln für Wirkware, wie z.B. Jersey oder Sweat, zu nutzen, da diese die Maschen nur beiseite schieben und sie nicht verletzen können.

Wenn du nun alles soweit zusammen hast, kann es an das Übertragen eines Stickmotives deiner Wahl gehen. Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten. Du kannst natürlich einfach deine eigenen Motive direkt auf den Stoff zeichnen. Sollte dir das nicht liegen und du benötigst eine Vorlage, so drucke dir diese zunächst auf einem Blatt Papier aus. Achte darauf, dass sie die richtige Größe für deinen Stickrahmen und für dein fertiges Projekt hat. Zur Übertragung mit einem Stift, solltest du wasser- oder wärmelösliche Stifte*, sogenannte Sublimatstifte, verwenden. Alternativ kannst du auch Kreidestifte verwenden.

Bei hellen Stoffen kannst du das ausgedruckte Motiv einfach unter deinen Stoff legen und es abpausen. Gegebenenfalls kannst du es auch vor das Fenster halten oder ein Lichtpad/Leuchttisch* nutzen. Das eignet sich bei dickeren Stoffen besser, da diese nicht sehr durchscheinend sind.

Bei dunklen Stoffen funktioniert Kohlepapier* in weiß sehr gut. Dazu legst du dir zunächst den Stoff mit der rechten Seite nach oben vor dich. Darauf kommt dann das Kohlepapier, dabei zeigt die Seite mit der Farbe nach unten. Und zuletzt legst du deine ausgedruckte Stickvorlage darauf. Bei größeren Motiven bietet es sich an, die einzelnen Lagen mit Washitape zu fixieren. Zeichne dann einfach deine Vorlage mit einem Kugelschreiber oder einem harten Bleistift nach. Natürlich kann man die Übertragung mittels schwarzem Kohlepapier auch für helle Stoffe verwenden.

Bei dunklen oder dicken Stoffen kann man auch Solufix* verwenden. Dieses ist selbstklebend und wasserlöslich. Hier kannst du dein Motiv einfach auf das Solufix abpausen und dieses dann auf den Stoff kleben. Wenn dein Stickbild fertig ist, kannst du es in kaltem Wasser abspülen. Dies braucht etwas Geduld und ein sehr weicher Pinsel hilft dir auch.

Spanne nun deinen Stoff in den Rahmen ein. Du kannst dir den Stoff bei einigen Übertragungsmethoden (beim Abpausen) auch schon vorher in den Rahmen spannen. Allerdings zeichnest du dabei zunächst auf der Rückseite des Rahmens. Dadurch ist der Stoff schön auf Spannung und kann dir weniger verrutschen. Anschließend nimmst du den Stoff wieder aus dem Stickrahmen raus, wendest ihn und spannst ihn wieder ein. Und nun kann es losgehen mit dem Sticken.

Ich hoffe, du bist bis hier hin gut zurecht gekommen. Im nächsten Teil widmen wir uns dann verschiedenen Stickstichen 🙂

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